Triebwagen 300

Eines der ersten Dieselfahrzeuge auf der Jagsttalbahn

Titelbild: Ulrich und Gerald Gunzenhäuser

Zwischen 1938 und 1941 wurden von der Waggonfabrik Wismar die drei vierachsigen Triebwagen T2, T4 und T5 an die Rhein-Sieg-Eisenbahn mit einer Spurweite von 785 mm geliefert. Nach der dortigen Einstellung des Personenverkehrs wurden die drei Triebwagen 158 bis 1960 an die Deutsche Eisenbahn Betriebsgesellschaft verkauft, die sie für den Einsatz auf der Jagsttalbahn auf 750 mm umspuren ließ. Bei den Triebwagen T2 (im Jagsttal 301) und T5 (im Jagsttal Nr. 300) wurden große Schiebetüren eingebaut und die Sitze ausgebaut, um sie zur Beförderung von Stückgut einsetzen zu können. Der Triebwagen T4 (im Jagsttal Nr. 302) behielt seine Sitzbänke.  Die drei Triebwagen waren die ersten Dieselfahrzeuge im Jagsttal, konnten die Dampfloks im Güterzugverkehr allerdings nur in Schwachlastzeiten ersetzen.

Nr. 302 wurde nach einem Unfall mit einem LKW im Jahr 1965 abgestellt und 1967 verschrottet, Nr. 301 wurde 1970 zum Triebwagenbeiwagen (neue Nummer 403) umgebaut und wieder mit Sitzen ausgestattet. 2016 wurde er an das Rhein-Sieg Eisenbahn- Museum in Asbach abgegeben und wird dort restauriert.

Nur der Triebwagen 300 ist als solcher erhalten und wurde 1966 für den Schüler- und Sonderzugverkehr wieder mit Sitzen ausgestattet. Er ist momentan in Bieringen abgestellt.

Bauart  (1A)‘(A1)‘-dm
Hersteller  Waggonfabrik Wismar AG 
Motor Bauart 6-Zylinder-Reihendieselmotor, wassergekühlt 
 Typ A 6 M 517 
 HerstellerKlöckner-Humboldt-Deutz 
 Leistung95,7 kW = 130 PS 
Getriebe  Deutsche Getriebe GmbH Mylius „dw“ 
Achsgetriebe  Deutsche Getriebe GmbH Mylius "N" 
Kraftübertragung  mechanisch, Gelenkwelle 
Dienstgewicht  12.500 kg 
Höchstgeschwindigkeit 55 km/h 

Der Triebwagen in seinem derzeitigen Domizil, dem Bieringer Lokschuppen. Dort wartet er sicher und trocken abgestellt auf seine Erweckung.
Bild: Anselm Erdmann