Flachwagen 435

Für die Heeresfeldbahn konstruiert

Titelbild: Stefan Haag

Der Flachwagen M-D 435 ist einer von drei baugleichen Heeresfeldbahnwagen, die 1948 von der DEBG erworben werden konnten. Zwar handelt es sich um eine Konstruktion für Armee Transporte, allerdings wurden alle drei Wagen erst nach dem Krieg aus noch vorhandenen Einzelteilen bei der Firma Mühlhäuser in Michelstadt zusammengesetzt.
Ein Merkmal der Heeresfeldbahnwagen ist, dass diese für Transporte mit nur wenigen Handgriffen sehr schnell in mehrere Teile zerlegt werden können. So ist beispielsweise der Rahmen bei dieser Bauart in drei Teile zerlegbar. Auch die Aufbauten sind modular ausgeführt. Die Wagen können daher als Flach-, Hochbord- oder Rungenwagen eingesetzt werden.

Die drei baugleichen Wagen sind: 

  • M-D 434 (ex M-D 169), abgestellt in Dörzbach
  • M-D 435 (ex M-D 170)
  • M-D 436 (ex M-D 171), mit 1984 rekonstruierten hohen Bordwänden seit 1994 auf Rügen

Mit dem Wagen M-D 754 ist ein weiterer Heeresfeldbahnwagen vorhanden, welcher sich aber geringfügig unterscheidet.

Am 19.02.1972 steht M-D 435 in Klepsau auf dem Nebengleis.
Bild: Hans-Georg Sauber

Lebenslauf:

1948:Geliefert als Hochbordwagen M-D 170 von der Firma Mühlhäuser in Michelstadt.
1949:Umzeichnung in M-D 435.
1955:Erneuerung der Bordwände in niedriger Bauart.
1966:Erneuerung der Bordwände.
1970:Ausbau der Handbremse.
1971:Einbau einer durchgehenden Hauptluftleitung.
2014:Beginn der Aufarbeitung des Wagens.
06.11.2021:Abnahme der Hauptuntersuchung.

Aufarbeitung:

Für einen Einsatz als Baufahrzeug für das Projekt Widdern - Jagsthausen wurde die Restaurierung von M-D 435 in Widdern begonnen, allerdings nicht fertig gestellt. 
Ende 2014 wurden die Einzelteile nach Dörzbach transportiert. Dort wurde der Wagen noch einmal entlackt, neu lackiert und wieder zusammengebaut. Außerdem wurden die Puffer als auch die Rollenachslager zerlegt und geprüft wieder montiert. Da der Wagen keine eigene Bremse hat waren die Arbeiten insgesamt recht überschaubar. Nachdem der Boden eingebaut war, wurden allerdings noch ein paar für einen Einsatz als Baufahrzeug nötige Arbeiten erledigt. Im Einzelnen war dies die Erneuerung der durchgehenden Hauptluftleitung, sowie der Einbau einer Behälterluftleitung. Um diese Leitungen zu befestigen, wurden außerdem wieder niedrige Stirnwände angebaut.
Nach der inzwischen erfolgreichen Abnahme wird uns der Wagen hoffentlich bald gute Dienste bei dem Aufbau einer Museumsstrecke leisten.

Ein in alle Einzelteile zerlegtes Achslager.
Bild: Stefan Haag

Die fertig aufgearbeiteten Mittelpufferkupplungen.
Bild: Tobias Hümmelchen

Wagen M-D 435 mit neuen Bodenbrettern.
Bild: Stefan Haag

Der fertiggestellte Wagen im Jahr 2020 neben dem Dörzbacher Lokschuppen.
Bild: Tobias Hümmelchen