Jahresrückblick 2025

2025-12-31

Zunächst wünschen wir allen Leserinnen und Lesern unserer Berichte einen guten Start in das Jahr 2026! In diesem Jahr feiert die Jagsttalbahn Jubiläum: Am 13. März 1901, also vor 125 Jahren, wurde kurz nach Aufnahme des Güterverkehrs auf der Strecke und einigen Nacharbeiten in Folge eines Hochwassers auch der Personenverkehr zwischen Möckmühl und Dörzbach aufgenommen.

Zu diesem Anlass sind für dieses Jahr einige zusätzliche Attraktionen geplant. Besonders hervorzuheben ist der Gasteinsatz der Dampflokomotive Frank S an den Wochenenden 18. und 19. sowie 25. und 26. April. Die Lok, die schon in der "alten" Museumsbahnzeit im Jagsttal fuhr, ist heute auf Rügen beheimatet und wird extra für das Jubiläum der Jagsttalbahn nach Dörzbach transportiert. Dazu wird es ein ausgeweitetes Rahmenprogramm geben. Weitere Infos sind auf unserer Webseite www.jagsttalbahn.de/termine zu finden.

Doch blicken wir zurück auf das vergangene Jahr:

Frühjahr und Sommer standen ganz im Zeichen der Gebäude-Sanierungen. Unser "Lattenschuppen", ein einfacher Lagerschuppen, hat ein völlig neues Fundament, eine frische Verbretterung auf der Wetterseite und Dachrinnen erhalten und bietet uns nun wieder sicheren und trockenen Lagerraum. Im Herbst haben wir den Bereich zwischen den zwei Lokschuppen und dem Lattenschuppen gepflastert, was wegen der vielen verschiedenen Zwangspunkten und der Wasserführung keine einfache Aufgabe war. Werkstätten und Lagerräume sind nun alle hubwagengängig und auch bei Nässe gut erreichbar.

Bei den Fahrzeugen ging es vor allem am Wagen 114 und an der Diesellok 22-03 weiter. Der zweite Sommerwagen, MD 114, wurde von seinen Drehgestellen gehoben. Der komplette Rahmen wurde Stück für Stück gesäubert, grundiert und das erste mal schwarz gestrichen. Auch die Drehgestelle wurden demontiert, gereinigt und gestrichen. Außerdem hat die Aufarbeitung von Komponenten wie beispielsweise den Achslagern begonnen.

An der Diesellok 22-03, die uns vor allem als Ersatz bei Ausfall der "großen" Diesellok 22-02 zur Verfügung stehen wird, wurde die Haube des Motorvorbaus entfernt und darunter viele Teile für die Aufarbeitung demontiert. Im Herbst konnten in Zusammenarbeit mit der Firma Huber Eisstrahlen der Rahmen innen grundlegend gereinigt und auch der alte Lack außen wieder ansehnlich gemacht werden. Die Aufarbeitung der vielen Komponenten läuft.

Nachdem wir im Frühjahr die Sanierung von Wartesaal und Küche im Bahnhofsgebäude nach einem Pilzbefall abgeschlossen hatten, konnten dieses Jahr die zahlreichen Veranstaltungen über den Sommer wieder in gewohnter Weise mit den sanierten Räumlichkeiten durchgeführt werden. Neben den sieben regulären Fahrtagen von Mai bis September, bei denen wir dieses Jahr einen Fahrgastrekord verzeichnen konnten, waren wieder einige Gruppen zu Sonderfahrten zu Gast. Es besuchten uns unter anderem eine Schule, zwei Kindergärten, Kinder im Rahmen des Sommerferienprogramms sowie mehrere private Reisegruppen.

Auch bei der Verlängerung der Strecke Richtung Klepsau haben wir einen wichtig Schritt geschafft: Im November wurde endlich der Bahnübergang in die Marie-Curie-Straße eingebaut. Nach intensiven Vorbereitungen wurde die Straße in zwei Abschnitten an die neue Querneigung angepasst. Danach wurden während einer Vollsperrung vier sogenannte Gleistragplatten eingesetzt. Dabei handelt es sich um Beton-Fertigteile, die auch bei schwerem LKW-Verkehr eine langfristige Lösung garantieren. Die Straßenbauarbeiten wurden durch die Firma Bokmeier, die Gleisbauarbeiten durch den Verein geleistet.

Nun steht dem weiteren Gleisbau im nächsten Abschnitt nichts mehr im Wege. Die Vorbereitung der vorhandenen Schienen für ca. 400 Meter Gleis konnte noch im Dezember abgeschlossen werden. Da die Schienen gebraucht und dementsprechend unterschiedlich abgenutzt sind, müssen alle Schienen vermessen, katalogisiert werden. Danach werden passende Schienen zusammen "gepuzzelt" und dementsprechend auf die passende Länge getrennt und mit Löchern für die Schienenlaschen versehen. Auch für den Bereich danach haben wir uns bereits um Schienen bemüht: Entlang der Strecke von Jagsthausen nach Olnhausen hatte die SWEG kurz vor Betriebseinstellung gebrauchte Schienen zum Tausch verteilt, wegen der Betriebseinstellung 1988 fand dies aber nicht mehr statt. Diese Schienen haben wir nun auf einer Länge von gut 350 Metern geborgen.

Um auch die restlichen Materialien sowie weitere anfallende Kosten finanzieren zu können, haben wir mit dem erfolgten Einbau des Bahnübergangs wieder eine Gleisbaustein-Spendenaktion ausgerufen. Mit einer Spende von 200 € wird ein Meter Gleis finanziert und der Spender erhält dafür eine Urkunde mit historischem Motiv. Die bis zum Jahreswechsel eingegangenen Spenden haben es uns ermöglicht, die Schwellen für den Bauabschnitt zu bestellen und damit zeitnah mit dem Weiterbau voran zu kommen. Vielen Dank an alle, die gespendet haben oder das noch vorhaben!