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Personenwagen MD 371



Der Wagen 371 stammt von der SZB (Solothurn-Zollikofen-Bern, heute RBS = Regionalverkehr Bern - Solothurn) und wurde dort im Vorortverkehr von Bern eingesetzt.

 

1916: Der Wagen wird von der SIG (schweizerischeIndutrie-Gesellschaft, Neuhausen) als Post- und Gepäckwagen erbaut und mit der Betriebsnummer 93 bei der ESB (Elektrische Schmalspurbahn Solothurn-Bern) in Betrieb genommen.

 

1922: Fusion der ESB und der BZB (Bern-Zolikofen-Bahn) zur SZB (Solothurn-Zolikofen-Bahn), Umbau des Wagens zum reinen Gepäckwagen.






Noch aus der Zeit als Post- Gepäckwagen stammen wohl die "nicht hinauslehnen" Aufschriften am oberen Längsträger des Aufbaus.

1931: Der Wagen wird zu einem Personenwagen III. Klasse umgebaut und erhält die Betriebsnummer 80. Der zweiachsige Wagen ist in klassicher Weise auf einem stählernen Rahmen in Holz-Fachwerkbauweise erstellt. Die Seitenwände sind außen mit Blech verkleidet. Die sechs Fenster je Seite sind rahmenlose Versenkfenster typisch schweizerischer Bauart.

 

1973 wird für den Einsatz in historischen Zügen in ein Abteil eine kleine, einfach ausgestattete Bar eingebaut, während das andere als Gastraum dient. Hier werden die Sitzgarnituren mit einfachen Tischen ergänzt, die fest im Wagen verankert sind.

 

1974: Umzeichnung in Nr. 362

 

1978: Umzeichnung in Nr. 371

 

1986 wird der Wagen vom Jagsttalbahnfreunde e.V. erworben und nach Dörzbach transportiert. Bei der badischen Lokomotivfabrik Gmeinder (Mosbach) werden für den ursrünglich meterspurigen Wagen neue Radsätze für die Spurweite 750 mm beschafft, damit der Wagen auf der Jagsttalbahn eingesetzt werden kann. Auch wird er mit einer Druckluftbremse ausgestattet. Wegen der Betriebseinstellung der Jagsttalbahn Ende 1988 können in Dörzbach keine weiteren Arbeiten ausgeführt werden.

 

1991Weitere Aufarbeitung bei der MaLoWa Bahnwerkstatt in Benndorf, danach Einsatz für die Dauer der Frist bei der Mansfelder Bergwerksbahn. Dort ist er unter der Nummer 0040 eingereiht.

 

2001 kehrt der Wagen ins Jagsttal zurück und wird in Bieringen abgestellt.

 

Die nachfolgende Galerie zeigt einige Bilder des Wagens im Zustand vor Beginn der Arbeiten 2010.






Wagen 371 im Juni 2005 in Bieringen


Die Bühnenansicht


Die Bar in einem Abteil...


...und die Bestuhlung im anderen



Aufarbeitung ab 2010

Der Wagen wurde im November 2009 von Bieringen nach Dörzbach transportiert. Am Abend des 17. April 2010 war es dann soweit - der Wagen konnte kurz vor Feierabend in den Lokschuppen in Dörzbach einziehen. Durch die für einen schmalspurigen 2-Achsigen Wagen doch recht beachtlichen Abmessungen war es an mancher Stelle etwas eng und Kisten anderes „Lokschuppenmobiliar“ mussten beiseite geräumt werden. Dieser Abend war der Startschuss für die Aufarbeitung.

 

Die Aufarbeitung begann dann auch bald darauf mit Demontagearbeiten. Als erstes war die Theke dran. Die vorhandene bot keine Kühlmöglichkeit und war auch nicht gerade eine Schönheit - bestand sie doch aus einem Gestell mit aufgeschraubten Spanplatten, das Ganze dann kunstvoll mit aufgemalter Holzmaserung verschönert. Die neue Theke soll eine Kühltheke werden. In den Bahnhöfen können dann mit einer Stationären Stromversorgung die Getränke auf Trinktemperatur gehalten werden. Bei der Ausstattung des Wagens werden wir mit der Brauerei Distelhäuser zusammenarbeiten.

 

Nachdem die einfach -weil sowieso für die Entsorgung vorgesehenen- zerlegbaren Teile demontiert waren, ging es an die restliche Innenausstattung und die Innenverkleidung. Hier war etwas mehr Vorsicht geboten, die Teile sollen schließlich aufgearbeitet werden. In einer Arbeitswoche im Mai 2010 ging es in großen Schritten voran. Während oben die alte Dacheindeckung - eine Mischung aus Leinengewebe, Bitumenschweißbahnen, Blechstücken und jeder Menge Nägeln - in gitterboxgerechte Stücke verarbeitet wurde, wurde die Innenverkleidung Stückweise abgeschraubt, nummeriert und in Kisten verpackt, um die Teile erst mal im Güterschuppen einlagern zu können. Nach der Innenverkleidung ließen sich auch die Versenkfenster mit ihrem Mechanismus ausbauen. Dann ging es mit der Außenverkleidung aus Blech weiter.

 

Und hier bestätigten sich auch die Befürchtungen, die die teilweise extreme Leichtgängigkeit mancher Schrauben bei der Demontage hatte aufkommen lassen: Die tragenden Holzbalken haben über die Jahre im Bereich der Fenster, wo Regenwasser in die Wand eindringen kann, ziemlich gelitten.






Die Strinwand vor der Demontage der Verkleidung...


...und danach




Nach dem vollständigen Entfernen der Verkleidung ging es an das Messen und Zeichnen. So konnte inzwischen ein nahezu vollständiger Satz Zeichnungen des Wagenkastens erstellt werden.

 

Weiterhin wurden auch die Böden der Einstiegsbühnen, die Übergangsbleche und Bühnengeländer demontiert. Im Wageninnern wurde der PVC-Bodenbelag entfernt, der Holzboden darunter ist in einem erstaunlich guten Zustand. Doch er musste trotzdem ausgebaut werden, da die unteren Längsbalken der Seitenwände in einem sehr schlechten Zustand sind und ausgetauscht werden müssen. Und auf eben diesen Balken liegen die Bodenbretter auf…

 

Auch die alte Elektroinstallation wurde komplett entfernt. Sie stammte noch aus der Zeit, als der Wagen auf der Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn unter Fahrdraht unterwegs war. Unter anderen verfügte der Wagen über eine Elektrische Heizung. Da wir im Jagsttal die gesamte elektrische Energieversorgung mit Akkumulatoren bewerkstelligen müssen, ist die Elektrische Heizung wegen ihres hohen Stromverbrauchs keine praktikable Lösung. Ganz abgesehen davon entsprachen die verlegten textilummantelten Kabel nicht mehr so ganz dem Stand der Technik. Der Wagen wird daher auch eine komplett neue Elektroinstallation erhalten.

 

Derzeit (Stand Januar 2011) ist das Dach abgehoben und die Seitenwände und der Boden sind zerlegt. Der nächste Schritt ist das Abbauen aller Anbauten des Rahmens (Radsätze, Bremsanlage...) um diesen entrosten und neu lackieren zu können.






Demontage des Bodens


Der Rahmen ohne den Aufbau



Stand November 2011

Zunächst ging es noch mit dem Auseinanderbauen weiter. Das Bremsgestänge wurde demontiert, hier ein Bild, das als Montagehilfe für das „Puzzle“ entstanden ist. Die Teile wurden zwischenzeitlich beschriftet und eingelagert. Die Bremsanlage ist jetzt vollständig demontiert. Zwischenzeitlich wurden auch nicht mehr benötigte Profile, die den Bodenbelag der Einstiegsbühnen gehalten hatten, entfernt. Die Trittstufen wurden abgebaut weitere Anbauteile am Rahmen abgeschraubt.






Doch jetzt zu den ersten neuen Teilen und zu dem Werkstoff, der bei so alten Fahrzeugen noch eine wichtige Rolle spielt: Holz. Der gesamte Aufbau des Fahrzeugs besteht aus einem Holzfachwerk, das mit Blech verkleidet ist. Viele dieser Balken werden wir ersetzen (müssen).
Im Sägewerk Häberlein wurde das rohe Eichenholz dafür gekauft und mit Hilfe des Schreiners Michael Rupp zugesägt und  gehobelt. Nach unseren anhand der alten Teile erstellten Zeichnungen wurden daraus bei der Schreinerei Polzer in Jagsthausen auf einer CNC-Maschine (computergesteuerte Fräsmaschine) die Pfosten seitlich an den Fenstern und die Querbalken über den Fenstern gefräst. Diese haben lange gerade Nuten in den Längsseiten, die als Führung für die Versenkfenster dienen. Da die Teile für alle 12 Fenster neu anzufertigen waren, hat uns die CNC-Bearbeitung viel Arbeit erspart.

In Dörzbach müssen nun noch die Zapfen an den Enden der Balken ausgesägt und die runden „Ecken“ vom Fräsen mit dem Stechbeitel eckig gemacht werden. Ein Element wurde probehalber zusammengebaut, es ist auf den Bildern zu sehen.

Als nächstes werden die Teile zu den Elementen, die sich jeweils  zwischen den Fenstern befinden einbaufertig vormontiert.




Die noch unbearbeiteten Balken


Fertig gefräst


Ein probehalber zusammengebautes Fensterelement


Eine Ecke als Detailansicht


Stand Januar 2012

Über den Winter hat sich einiges am Aufbau des Wagens getan. Die neuen Längsbalken, auf denen die Seitenwand steht, wurden eingepasst und anschließend die Seitenwände mit den schon vorgfertigen Teilen aufgebaut. Derzeit werden die ebenfalls aufgearbeiteten Winkel zur Versteifung der Seitenwände eingeschraubt und die Sanierung des Dachs läuft an. Hier müssen einge Bretter, insbesonder im Bereich der Bühnen, ersetzt werden.

 

Auch im Bereich des Rahmens waren wir nicht untätig. Sobald die Temperaturen eine Lackierung zulassen, kann er gestrahlt werden.

 

Parallel dazu beginnen de ersten Arbeiten an Anbauteilen, um die weiteren Restaurationsschitte festlegen zu könen. So wurden einer der Außenfensterrahmen entlackt und die Winkel, die den Dachüberstand zusammenhalten, entrostet und grundiert.




Der Wagenkasten mit neuen Seitenwänden


Mit diesser "Vorrichtung" wurden mit der Oberfräse Nuten für einen über die Wagenläge durchlaufenden Flachstahl in die Balken gefräst


Die Winkel erstrahlen in neuem Glanz und werden wieder eingebaut


Grundieren von Kleinteilen


Der Fensterrahmen von Fenster Nr. 7 ist entlackt. Warum Nr. 7? Er stand als Vorderster in der Kiste...


Stand Mai 2012

In den vergangenen Monaten wurde der neue Boden in den Wagenkasten eingebaut. Da der Wagen, um für seinen späteren Einsatz als Barwagen gut gerüstet zu sein, einen wischbaren Bodenbelag erhält, wurde der neue Boden mit Siebdrucksperrholzplatten aufgebaut.

Der Rahmen wartet momentan auf das Sandstrahlen und anschließende Lackieren.




Die Unterkonstruktion für den neuen Boden


Der Boden ist drin


Der Rahmen wartet vor dem Lokschuppen auf das Strahlen


Stand August 2012

Der Rahmen wurde inzwischen sandgestrahlt, grundiert und lackiert.




Der Rahmen wird gestrahlt. Foto: CC


Extremer Körpereinsatz während des strahlens. Foto: CC


Der sandgestrahlte und grundierte Rahmen. Foto: SH


Mit Decklack in der Sonne. Foto: AE


Stand Januar 2013

Nach dem Lackieren des Rahmens wurden die Einzelteile der Bremsanlage aufgearbeitet und wieder eingebaut. Die Radsätze wurden überdreht, gereinigt und frisch lackiert, die Lager neu gefettet. Eine neue Bremsleitung wurde eingebaut. Am 19.01.2013 war es dann endlich soweit: Der Wagenkasten konnte wieder auf den Rahmen gehoben werden.




Die Einzelteile der Bremsanlage werden aufgearbeitet (Bild: SH).


Der erste Radsatz ist überdreht und gereinigt (Bild: SH).


Und schon sind es zwei frisch lackierte Radsätze (Bild: SH).


Der Rahmen steht wieder auf den eigenen Rädern (Bild: SH).


Die Komponenten der Bremsanlage werden wieder eingebaut (Bild: SH).


Die neue Bremsleitung (Bild: SH)


Hochzeit! Der Wagenkasten steht wieder auf dem Rahmen (Bild: AE).


Stand November 2013

Nach und nach werden die diversen Anbauteile am Aufbau montiert. Lehrrohre für die Elektrik wurden eingebaut und die Decke von innen angeschliffen.




Abschleifen der Decke


Die "Außenfensterbänke" sind bereit zum Einbau


Stand Oktober 2014

Die Decke ist lackiert.






Stand Januar 2015

Die "Fensterbänke" und die obere Hälfte der Verblechung an den Seitenwänden sind montiert.






Stand Juli 2015

Die Ablaufrinnen unter den Fenstern wurden endgültig eingebaut und die (noch nicht aufgearbeiteten) Gepäckablagen zur Anpassung der Wandverkleidung provisorisch montiert. Die ersten Teile der Wandverkleidung werden wieder montiert.







Zuletzt bearbeitet:  20:51 12/08 2015


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