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"Kunigunde" hat den Besitzer gewechselt



Dampflok 24 im Jahr 1979 auf dem Denkmalsockel in Krautheim (Bild: Gerald Gunzenhäuser)

Liebe Jagsttalbahnfreunde,

ich habe die Ehre, euch allen mitteilen zu dürfen, dass die Dampflok 24II "Kunigunde" seit 31.07.2013 im Eigentum der Jagsttalbahnfreunde ist.

 

Frieder Strohm war am 31.07. in Krautheim zur Unterschrift unter den Kaufvertrag. Ich denke das ist ein großer Erfolg und ein Schritt in die richtige Richtung. Schon allein die Tatsache, dass der Verein im Besitz einer eigenen Dampflok ist, macht Hoffnung auf die Zukunft unserer Bestrebungen.

 

Die Lok 24II wurde 1929 von der Firma Henschel & Sohn in Kassel gebaut und zum Kaufpreis von 35.150 Reichsmark für den Betrieb ins Jagsttal geliefert. Dort verrichtete sie ihren Dienst bis 1965 und diente nach ihrem Verkauf an die Stadt krautheim fortan nur noch als Denkmal am Bahnhof Krautheim. Wir brachten sie 2000 nach Dörzbach. Dort wurde sie zerlegt und eingelagert, wo sie heute noch ist.

Nun, da wir sie endlich unser Eigen nennen können, sind wir in der Lage sie als "Langfristprojekt" wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zuzuführen, dem Betrieb unter Dampf.

 

Volker Elgner



Letztgebaute "echte" Jagsttalbahn-Dampflok v. 1929



Die als Lok 24 in zweiter Besetzung eingereihte Heißdampftenderlok von Henschel war der letzte Lokneubau vor den beiden Dieselloks V22-01 und -02, der für die Jagsttalbahn abgefertigt worden ist.

 

Mit ihrer modernen Ausrüstung war sie seinerzeit auf dem neuesten technischen Stand, mit ihrer Anschaffung ging die Einführung der Westinghouse-Druckluftbremse auf der Jagsttalbahn einher, vorher war die Görlitzer Gewichtsbremse verwendet worden.

Bis 1963 war die Lok im Einsatz, vorwiegend im schweren Güterzugdienst, da sie vor den kurzen Personenzügen im Leerlauf zum stoßen neigte, vermutlich war bei der Auslegung des Triebwerks auf die Vermeidung von Drosselverlusten im Zylinderbereich nicht ausreichend geachtet worden.

 

Für den nach dem Krieg sehr verschlissenen Oberbau war die Lok mit 8 t Achslast zu schwer, immer wieder führten Mängel am Oberbau zu Entgleisungen. Als die Lok dann in den sechziger Jahren nurmehr im Rübenverkehr zum Einsatz kam war dies sicher nicht Anlaß zur Trauer beim Personal.

 

Nach der letzten Hauptuntersuchung wurde sie dann nach nur noch einer Fahrt, der Abnahmeprobefahrt, abgestellt und stand dann bis zum Jahr 2000 auf dem Denkmalsockel in Krautheim. Von dort als Leihgabe der Stadt abgeholt wird sie in mühsamer Kleinarbeit Stück für Stück zerlegt, dokumentiert und aufgemessen, ins CAD übertragen und damit die Aufarbeitung vorbereitet. Da leider keine Zeichnungen und Betriebsunterlagen der Lok mehr vorhanden sind, das Betriebsbuch ist leider in den Wirren der Zeit verloren gegangen, muß nunmehr am Objekt jedes Maß wieder abgenommen, in Korrelation gesetzt und dann auf die Ursprungsmaße zurückgerechnet werden.

 

Unser Kollege Walter Nickel hat sich diese Sysiphusarbeit zu eigen gemacht, er ist auch auf den folgenden Bildern immer wieder als Akteur zu sehen. Nach und nach wird die Lok unter seinen Händen nun wieder entstehen, bis sie, das ist unser Ziel, wieder betriebsfähig durchs Jagsttal ziehen wird, zur Freude unserer Besucher und als Zeugnis deutscher Lokbaukunst.

 

[BL20050603]



Nur ein kurzer Zwischenbericht ...

Befundung

Wir hatten verschiedenlich im "INFO" darauf hingewiesen, daß aufgrund des leider bislang unveränderten Umstands, daß das Betriebsbuch der Lok nicht überliefert ist und damit weder Meßblätter noch Zeichnungen zur Verfügung stehen, eine aufwändige und langwierige Meßarbeit absolviert werden mußte, um den Bestand der Lok, wie er sich nach der langen Abstellzeit auf dem Denkmalsockel in Krautheim dargestellt hat, aufzunehmen und danach eine dem Denkmalstatus des Fahrzeugs angemessene Wiederinstandsetzung überhaupt planen zu können.

An dieser Stelle ist nicht der Raum für eine eingehende Bilddokumentation der bisher geleisteten Zerlege- und Meßarbeit, das folgt zu einem späteren Zeitpunkt, nur ein kleines Bild soll Ihnen einen Eidruck von der im Computer langsam Stück für Stück wieder zusammenwachsenden Lokomotive geben. Erst wenn dieses digitale Modell absolut stimmig ist, kann mit der praktischen Umsetzung am Objekt (und dann auch nur nach Abstimmung mit den für den Denkmalschutz zuständigen Stellen) begonnen werden.

 




Rahmenzusammenstellung Lok 24² "Kunigunde"



Die Grafik zeigt den bereits vollständig aufgemessenen und gezeichneten Rhmen, die ebenfalls vollständig aufgenommenen und umgesetzten Radsätze sowie die Achslagerung einschließlich der Nachstellvorrichtung, die wesentlichen fest mit dem Rahmen verbundenen Anbauteile sowie, beginnend, die Aufbauten, hier erst den rechten Wasserkasten. Inzwischen sind weit mehr Teile auf dem Papier aufgenommen.

Es bedarf aber eine intensiven und fachkundigen Arbeit am PC, aus der Unzahl von Aufmaßblättern diese Zeichnungen zu erstellen.

Nur zur Klarheit: Jeder einzelne Niet ist ein eigenes Zeichnungselement, sitzt an der richtigen Stelle und gestattet damit, letztlich auch jedes einzelne Bauteil des Rahmens auszugeben und neu anzufertigen. Unser ausdrücklicher Dank gilt hier unserem Aktiven Walter Nickel, der diese Arbeit zusammen mit Stefan Haag schwerpunktmäßig vorantreibt.

(Die einzelnen kreuzförmigen Elemente vor der Lok sind eine Profilsammlung der im Rahmen verbauten Stahlquerschnitte in den möglichen Raum-Orientierungen, damit diese immer wiederkehrenden Bauteile einfach angefügt werden können.)







Dreiseitenansicht eines Wasserkastens


Risse der Rahmenendplatten



Aus einer Vielzahl solcher einfacher Zeichnungen fügt sich dann nach und nach das räumliche Modell des Fahrzeugs, wie es als Linienmodell zu Beginn des kleinen Exkurses dargestellt ist.

 

[JW]



Zuletzt bearbeitet:  10:04 13/10 2013


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