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Personenwagen MD 116



Unser heutiger Wagen 116 hat in seinem 1904 begonnenen langen Dasein eine Reihe von Veränderungen erlebt, die es Wert sind, näher beleuchtet zu werden.

 

Als er im Jahre 1904 erbaut wurde, ging er als C3 Nr. 68 an die Appenzeller Straßenbahnen. Er war dabei Bestandteil einer drei Wagen umfassenden Serie.

 

Die Mittelachse des kleinen Wagens war vornehmlich zur Aufnahme des Bremszahnrades und der Zahnradbremseinrichtung vorhanden, um die Technik des Wagens zu vereinfachen entfiel diese Mittelachse im Jahre 1938 und das Bremszahnrad wurde auf eine der Endachsen verlegt.

 

Als sich im Jahre 1948 aus den Vorgängerbahnen die SGA bildete, wurde der Wagen zum C 111 umgezeichnet, irgendwann in dieser Zeit wurden die ursprünglichen Gleitachslager durch Rollenlager ersetzt.

 

Mit dem Entfall der dritten Wagenklasse kam 1981 die Umzeichnung in B 116.

 

Erst mit der Einführung moderner Pendelzugskompositionen ab 1981 wurde der Wagen, der auch trotz der längst vorhandenen moderneren Vierachser immer noch als Reserve vorgehalten wurde, bei der SGA entbehrlich und im März 1982 dann an die Jagsttalbahn verkauft. Am 29.03.1982 kam er dann, auf einen Bundesbahnwagen verladen, in Dörzbach an.

 

Dort wurde umgehend mit dem Umbau des Wagens begonnen, der dazu neue Radsätze in Monoblocbauweise bekam, das Bremszahnrad entfiel und auch das Bremsgestänge der Oerlikon-Druckluftbremse wurde angepaßt. Im Jahr 1984 dann ging der Wagen nach Abnahme und Zulassung durch den Obersten Betriebsleiter der SWEG in Betrieb.

 

Der Wagen hat die lange Abstellzeit seit 1988 erstaunlich gut überstanden, wir hoffen daher, ihn in überschauberer Zeit wieder einsetzen zu können.



Zweiachsiger Personenwagen klassischer Bauart mit offenen Einstiegen

Der Wagen 116 ist ein in klassischer Stahl-/Holz-Bauweise erstellter Zweiachser der, früher mit einer mittleren Achse für ein Bremszahnrad versehen, einige interessante Besonderheiten aufweist.

 

Der Wagen ist sehr niedrig gebaut, selbst gegenüber dem Wagen 89, der aus der Ursprungsausstattung der Jagsttalbahn stammt, fällt die niedere Bauweise des ehemaligen Meterspurfahrzeugs auf. Durch diese Besonderheit bedingt haben sich nach deren Ausscheiden aus den Diensten der SGA weitere Fahrzeuge dieser Art bei anderen Bahnen der Spurweiten 750/760 mm erhalten, da sie durch deren engeres Lichtraumprofil passen.

 

Ursprünglich für den Betrieb unter Fahrleitung ausgerüstet, sind seine el. Beleuchtung, Batterieeinrichtung und Heizung für den Gleichstrombetrieb ausgelegt und daher auf der Jagsttalbahn bislang nicht in Funktion gewesen. Eine Umstellung auf bei uns gebräuchliche Spannungen und eine Webastoheizung erfolgte nicht.

 

Die Anpassung der Spurweite erfolgte unter Beibehaltung der alten Achshalterung sowie der Federn etc. durch Anfertigung neuer Radsätze in Monoblocbauweise, was seinerzeit über die Firma Gmeinder, Mosbach erfolgte. Auch wurde für die Wagen eine neue Zug- und Stoßeinrichtung eingebaut.

 

Als Bremse verfügt er heute über eine mehrlösige Oerlikon-Druckluftbremse, die sich durch eine mechanische Vorrichtung am Wagen für die verschiedenen Netzteile der heutigen SGA umstellen ließ. Diese Einrichtung ist zwar noch Bestandteil des Wagens, aber heute in der für uns richtigen Stellung festgelegt. Bei den verschiedenen Vorgängerbetrieben der heutigen SGA herrschten unterschiedliche Druckverhältnisse in den Hauptluftleitungen der Bremsen, was die Umstellung erforderlich machte, da sich auch das Bremsverhalten damit änderte.

 

Wann der Wagen auf die heute vorhandene Bremsausrüstung umgebaut wurde, ist nicht bekannt.

 

Heute ist am Wagen keine Zahnradbremsanlage mehr vorhanden, da das Bremszahnrad ausgebaut und damit auch das Gestänge und die Bremsmimik der Zahnradbremse entfernt wurde.

 

Am Wagenaufbau selbst fällt die enge Fensterteilung auf, wodurch der Wagen transparent und hell erscheint, zusammen mit seinem original erhaltenen Interieur stellt er zudem einen wichtigen technikgeschichtlichen Zeugen dar, denn viele Fahrzeuge seiner Art sind im Originalzustand nicht mehr erhalten, da in der Schweiz nach Erhalt der heute üblichen Zuggarnituren die nicht an Museumsbahnen abgegebenen Fahrzeuge abgebrochen oder für Bahndienstzwecke umfunktioniert wurden.

 

Die nachfolgende Galerie zeigt einige Bilder des Wagens.



Wagen im aktuellen Zustand



Wagen M-D 116 in Bieringen in der Sommersonne


Zeigt her Eure Räder: Radsatzvermessung


Im Zugverband (12.06.2005)



Zuletzt bearbeitet:  14:50 08/07 2015


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